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Sozialer Wintereinbruch in Sachsen PDF Print E-mail
Sunday, 22 May 2011 17:02
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»Dresden/Freital. In Sachsens Kommunen ist Kälte zu spüren – und das mitten im Sommer: Ursache dafür sind nicht die schwankenden Temperaturen, sondern die Kälte sozialer “Sparprogramme”. Von Frank Ullrich

Besonders rücksichtslos geht dabei die Stadt Freital vor, indem sie Menschen, die bereits alles verloren haben, den Tagessatz für eine Übernachtung im Obdachlosenheim von bisher 2,63 € ab Juni 2011 auf 9,58 € erhöht. “Die wollen uns loswerden,” beschreibt der Hartz-IV-Bezieher Rohland Pögen die Situation. Welchen Hintergrund hat die Preiserhöhung? Laut Dresdner Morgenpost wurden die Tagessätze der Einrichtung in den letzten zwei Jahren drei Mal erhöht. Bisher konnten die Erhöhungen durch soziale Fördermittel aufgefangen werden. Doch die bereitgestellten Fördermittel wurden “auf Null” zusammengestrichen, sagt Marion Ködel, Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft. Heimleiterin Christine Geister ist besorgt: Ab Juni müsse sie viele Bewohner auf die Straße setzen, weil sie nicht in der Lage sind, die Übernachtungskosten aus eigner Tasche zu bezahlen. Von den 364 Euro Harz-IV, die Rohland Pögen monatlich zur Verfügung stehen, blieben ihm nur noch 67,- € zum Leben. Für ein Frühstück berechnet das Heim 54,25 Euro pro Monat, bei “Vollpension” beträgt der Satz 176,70 €. Für viele wird dann nur noch “Toast mit Margarine” auf dem “Speiseplan” stehen.

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