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Obdachlosenszene verlagert sich nach Bad Cannstatt PDF Print E-mail
Written by Jürgen Lessat   
Sunday, 13 November 2011 20:02
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Stuttgart - In der Stuttgarter Innenstadt haben bauliche Veränderungen dafür gesorgt, dass die ehemaligen Treffpunkte von Obdachlosen nun kaum noch frequentiert werden. Doch das Problem scheint sich nur verlagert zu haben: Jetzt sammeln sich "verhaltensauffällige Menschen" am Cannstatter Bahnhofsvorplatz.

"Alkoholexzesse, öffentliches Urinieren und Pöbeleien sind am Cannstatter Bahnhofsvorplatz zum Alltag geworden", beklagt der CDU-Fraktionschef Roland Schmid. Vor allem bei schönem Wetter ist der hiesige Bahnhofsvorplatz fest in der Hand von "verhaltensauffälligen Menschen", wie Sozialpädagogen sie nennen. Ab Mittag, wenn das Cafe 72, eine von der Caritas betriebene Betreuungseinrichtung, schließt, füllt sich der Platz. Schnell sind die wenigen Sitzbänke zwischen Bahnhofsportal und den gegenüberliegenden Einkaufsstraßen belegt. Bald kreisen Bierflaschen. Je später am Tag, desto höher der Alkoholpegel, desto lauter die Unterhaltungen, desto aggressiver leinenlose Hunde. Manchmal stolpern Reisende auch über Betrunkene, die in den Bahnhofszugängen ihren Rausch ausschlafen.

Der Cannstatter Bahnhofsvorplatz zählt inzwischen zu den größten sozialen Brennpunkten in Stuttgart. "Wir haben etwa 110 Personen dokumentiert, die hier auflaufen, davon 27 Frauen", berichtete Caritas-Bereichsleiter Klaus Obert im Bezirksbeirat Bad Cannstatt. Fast alle hätten Wohnung oder Unterkunft im Stadtteil, die meisten der Klienten seien alkoholkrank. Manche litten dazu noch an einer psychischen Erkrankung, viele hätten schwere Persönlichkeitsstörungen. "Da kann man nicht einfach Tabletten geben, und das Problem hat sich erledigt", so der Betreuer Manuel Borrego Beltran. "Menschen, die jeden Tag einen Vier-Promille-Pegel benötigen, um überhaupt laufen zu können, zu einer Entziehungskur zu motivieren ist schwierig."

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Last Updated on Tuesday, 15 November 2011 09:21
 

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