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Obdachlose in Berlin: Wie sie leben, wovon sie träumen PDF Print E-mail
Monday, 12 December 2011 08:53
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Anders als die lebhafte Eingangsseite des Bahnhofs Zoologischer Garten ist die hintere Seite ruhig und düster. Dort ist auch der Sitz der Bahnhofsmission am Zoo. Als ich den Saal betrete, sind rund 50 Menschen darin, die sich gerade anstellen, um Essen und Trinken zu erhalten. Einige sitzen schon auf den Bänken und haben einen Teller vor sich stehen.Es gibt viele Vorurteile über Obdachlose: Diese seien doch selbst verantwortlich für ihre Situation, heißt es oft. Oder: Geld, das man ihnen spende, werde sowieso gleich für Zigaretten oder Alkohol vergeudet. Im Gespräch mit Artjom, der seit fast zweieinhalb Jahren keinen festen Wohnsitz mehr hat, zeigt sich, dass solche Vorurteile oft nicht stimmen.Artjom, 31 Jahre alt und aus Estland, hat in relativ kurzer Zeit Deutsch sprechen gelernt und ist sehr höflich. Eigentlich ist er zum Arbeiten nach Deutschland gekommen. Leider hat sich für ihn keine feste Arbeit ergeben, aber Artjom ist ehrgeizig. Regelmäßig erkundigt er sich in der Jobbörse und ist nicht wählerisch, denn: „Egal, was für ein Job es ist, ob Reinigungskraft oder etwas Ähnliches, ich will unbedingt einen Job haben“, sagt er. Bis dahin verdient er sein Geld mit dem Verkauf der ,,Motz“, dem Berliner Straßenmagazin, und von anderen Zeitungen. Mit der „Motz“ verdient er bis zum Nachmittag gerade 20 Euro. Er freut sich über das verdiente Geld – betteln würde er nicht.

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