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Einst Millionärin, nun obdachlos PDF Print E-mail
Written by Jutta Behr-Groh   
Sunday, 18 December 2011 22:35
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Wohnungsnot Anna Z. ist ein extremes Beispiel dafür, dass Studium und ein Vermögen nicht davor feien, auf der Straße zu landen.

Sie habe noch die Kraft, ihr Schicksal anzunehmen und "ich will auch für die sprechen, die diese Kraft nicht mehr haben". Das sagt Anna Z., ein relativ neues Gesicht in der Bamberger Wärmestube. Sie ist eine selbstbewusste Frau, die auf die Frage nach ihrem Jahrgang "alterslos" antwortet, und die aus einem Leben erzählt, das filmreif wäre: Medizinstudium, Tätigkeit als Heilpraktikerin, Ehe mit einem Millionär, reiche Scheidung; viel Geld geht für teure Sorgerechts-Prozesse um die gemeinsame Tochter und eine kostspielige Privatschule für das Kind drauf; eine Krebsdiagnose und -operation zwingen sie, mit dem Arbeiten aufzuhören, Familie und Freunde distanzieren sich von ihr, weil sie finanziell und gesundheitlich nicht mehr mithalten kann; am Ende steht der Rauswurf aus ihrer Wohnung im Haus der Mutter.

Wer die gepflegte Erscheinung irgendwo in der Stadt trifft, käme nie auf die Idee, dass Frau Z. eine Klientin von Peter Klein ist, dem Leiter der Beratungsstelle für wohnungslose und strafentlassene Menschen in der Siechenstraße 11. Im selben Haus ist die Wärmestube von Menschen in Not angesiedelt ist. Mit einer Ex-Millionären hat es der Diplom-Sozialpädagoge nicht alle Tage zu tun, wie er sagt. Aber es nehmen nach seinen Worten die Fälle von Menschen mit akademischem und gutbürgerlichem Hintergrund zu, die aus eigener Kraft kein Dach mehr über dem Kopf finden. Schuld gibt er der sich weiter zuspitzenden Wohnungsnot: "Mit dem doppelten Studentenjahrgang hat sie sich noch einmal verschärft."

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