|
Jeder Tag draußen ist einer zu viel |
|
|
|
|
Written by Welt-online
|
|
Monday, 06 February 2012 14:30 |
Default text
Etwa 340 Obdachlose in München übernachten auch bei Eiseskälte im Freien. Wie Streetworker und Ärzte versuchen, Wohnungslosen zu helfen und an Grenzen stoßen. Der Einkaufswagen vor dem Eingang der Teestube quillt fast über. Jacken liegen darin, Decken und Schlafsäcke. Ein paar Meter weiter stehen zwei Männer und rauchen. Lange halten sie es bei der klirrenden Kälte allerdings nicht aus, dann gehen sie wieder rein. Drinnen, im Tagestreff "Teestube komm" vom Evangelischen Hilfswerk München, gibt es warmen Tee und Kaffee - für 10 und 40 Cent pro Becher. An den Tischen sitzen acht Männer und zwei Frauen. Sie lesen Zeitung oder gönnen sich ein warmes Essen, das sie sich in der Küche selbst zubereitet haben. "Wir haben nicht jeden Winter Temperaturen von minus 10 oder minus 17 Grad - schon gar nicht eine ganze Woche", sagt Einrichtungsleiter Franz Herzog. Er engagiert sich seit 25 Jahren für Obdachlose. "Es sind immer noch Menschen draußen und das treibt uns um", sagt er. "Jeder Tag draußen ist einer zu viel." Die Streetworker und Sozialarbeiter der "Teestube" haben sich zum Ziel gesetzt, Vertrauen zu schaffen, Mut zu machen. Sie beraten Wohnungslose bei Alltagsproblemen und versuchen, ihnen wieder ein Dach über dem Kopf zu ermöglichen.
weiter lesen
|