| Die Bedürftigen stehen im Vordergrund |
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| Written by Dietmar |
Default textSeit Anfang August gibt es in Bruchhausen-Vilsen zwei „Sozialkaufhäuser“ / 60 Cent für eine BluseVon Oliver Siedenberg Bruchhausen-Vilsen. Die Anzahl der Sozialkaufhäuser hat sich im letzten Jahr vervielfacht, und schon in Bruchhausen-Vilsen gibt es seit August gleich zwei. Der Grundgedanke ist, für mittellose oder gering Verdienende eine Einkaufsmöglichkeit zu schaffen, wo für Euro- oder Cent-Beträge eingekauft werden kann. Angeboten werden Bekleidung oder Waren des täglichen Bedarfs vom Bügeleisen bis zur Waschmaschine oder einfach nur einer Blumenvase. So kostet ein Hemd unter 1,50 Euro und mit einem einmaligem Nachweis der Bedürftigkeit sogar die Hälfte. Welche Waren angeboten werden, hängt von dem Spendenaufkommen ab, denn die Sozialkaufhäuser können den geringen Verkaufspreis nur dadurch realisieren. „Das Soziale Kaufhaus“ von Steffen Volkland eröffnete am 6. Dezember 2008 und war das erste seiner Art in Bruchhausen-Vilsen.
„Zuerst in der Sulingerstrasse, gab es schon nach kurzer Zeit soviele Spenden, dass der Platz nicht mehr ausreichte und wir zum Scheunenacker umgezogen sind“, berichtet Besitzer Steffen Volkland. Dabei kam ihm Vermieter Philipp Koch mit einem günstigem Mietpreis entgegen, und auch für den Transport der Waren gab es Vergünstigungen vom Transportunternehmen für den guten Zweck. Volkland ist bei der Tafel als ehrenamtlicher Mitarbeiter tätig und kennt die Probleme von vielen Bedürftigen. Durch den Laden am Scheunenacker und dem kürzlich in Hoya in der Langenstrasse 31 eröffneten zweiten Filiale wurden zwei Vollzeitarbeitsplätze geschaffen.
„Im ehemaligen Fruchthaus Wolters haben wir die zweite Filiale eröffnet, weil einfach zu viele Kunden aus Hoya nach Bruchhausen-Vilsen fahren mussten“, erklärt der Besitzer des Sozialen Kaufhauses. Auf seinem Tresen findet sich in beiden Geschäften eine Spendenkasse vom „Kinderhospiz Löwenherz“, wo Steffen Volkland ebenfalls mal als Helfer tätig war. „Die Kinder müssen unterstützt werden, deshalb geht von dem was nach den Unkosten übrig bleibt, noch rund zehn bis 15 Prozent zusätzlich an das Kinderhospiz“, so Volkland. Zusätzlich zum normalen Geschäft führt Volkland noch ein Buch, wo seine Kunden Vorbestellungen eintragen können. Diesen werden dann informiert, sobald etwas Entsprechendes auf Lager ist. Das zweite Sozialkaufhaus ist im August von der AWO am Marktplatz in der ehemaligen Gastwirtschaft Bormann eröffnet worden. Die Leitung hat dort Almut Nauhauser von der AWO und zusammen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, werden dort ebenfalls verschiedenste Waren zu günstigen Preisen geboten. In den frisch renovierten Räumen gibt es von der Schmuckvitrine über Bekleidung bis zur Kaffeetasse ebenfalls eine große Auswahl. Die Spendenannahme erfolgt bei der AWO in allen Bundesweiten Stellen und wird dann an die eigenen sozialen Kaufhäuser verteilt. „Bei der AWO wird kein Gewinn erwirtschaftet, sondern die Bedürftigen stehen im Vordergrund. Durch das, trotz Wirtschaftskrise, gute Spendenaufkommen können wir auch die große Nachrage bedienen“, (Quelle:Die Harke am Sonntag) |
















berichtet Almut Nauhauser. Mit im Gebäude der AWO ist das ebenfalls neu errichtete Seniorenservicebüro, was ebenfalls einem großem Zuspruch erhält. Der erwirtschaftete Gewinn fließt in bereits bestehende oder neue soziale Projekte der AWO. Mit Preisen wie 60 Cent pro Bluse oder 1,20 Euro für eine Hose sollen die Waren für jeden erschwinglich sein. Anders als in Barrien hat sich der Leiter der Sozialkaufhäuser der AWO Peter Gens zusammen mit seinem Team, eine zusätzliche Variante einfallen lassen. „Da Hartz-4-Empfänger oder Rentner sich manchmal nicht wohl fühlen, mit einem Nachweis ihre Bedürftigkeit zu bestätigen, kann jeder bei uns einkaufen. Auch ohne Nachweis!“, so Peter Gens. Wer dann noch einmalig die Bedürftigkeit nachweisen kann, erhält zusätzlich 50 Prozent Rabatt auf die schon geringen Preise, erklärt der Leiter. Welches soziale Kaufhaus man sich zum Shoppen aussucht, liegt wie bei jedem anderen Kaufhaus auch am Einzelnen. Da es durch die Abhängigkeit vom Spendenaufkommen keinen festen Warenbestand gibt, lohnt sich sogar die verschiedenen Kaufhäuser zu besuchen, um das Richtige zu finden. Auch in diesem Bereich lohnt sich vergleichen.