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Die zwei Gesichter der Freiheit |
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250.000 Menschen in Deutschland haben keine Wohnung, 25.000 von ihnen schlafen im Freien. Das ist vor allem im Winter hart. Hilfe bieten Heime und Asyle - ein Besuch im Hattersheimer Haus Sankt Martin.
Hattersheim – Regine ist seit gestern obdachlos. Die 25-Jährige aus Mainz wohnte bislang bei ihrem Ex-Freund. Doch weil dieser im Gefängnis sitzt, wurde die Wohnung jetzt aufgelöst. Die erste Nacht verbrachte Regine auf dem Güterbahnhof in Mainz. Gemeinsam mit „Küken“ – der 20-Jährige ist seit eineinhalb Jahren ohne festen Wohnsitz – und Stefan , der schon 23 Jahre „auf der Platte“ ist.
„Ein Mann links, ein Mann rechts ging es von den Temperaturen her“, sagt sie am Morgen danach. Sie sitzt mittlerweile im Hattersheimer Haus Sankt Martin am Autoberg. Das ist die einzige Stelle im Main-Taunus-Kreis, wo Wohnungslose dreimal die Woche das ihnen zustehende Tagesgeld von zwölf Euro abholen können.
„Bundeswehrschlafsäcke wärmen bis minus 40 Grad“, wirft Küken ein und zeigt stolz auf die drei zusammengerollten grünen Bündel neben sich. Trotzdem bekam Regine am Morgen erstmal einen Schreikrampf: „Ohne heißen Kaffee, ohne Zigarette, wie soll’s mir da gehen?“ Jetzt haben sie das kostenlose Frühstück, das die Caritaseinrichtung anbietet, verzehrt und sich aufgewärmt.
Wohin es als Nächstes geht? „Vielleicht nach Rüsselsheim. Dort morgen Tagesgeld abholen und gleich übernachten“, schlägt Küken vor. Stefan war schon „überall“, wie er sagt. Seit seinem 13. Lebensjahr ist der gebürtige Friese auf der Straße. „Als meine Pflegeeltern mich immer wieder ins Kinderheim steckten, sagte ich irgendwann ’und tschüss!’ und weg war ich.“ Eine Wohnung will er gar nicht mehr. „Das wäre schwierig“, glaubt der 36-Jährige. So schläft er, wo er gerade ist, Hauptsache überdacht. Die Kälte spüre er nicht mehr.
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