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Ich schnitt mir die Arme auf PDF Print E-mail
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Von München ins Haus Mühlberg in Bad Homburg: Der junge Obdachlose Pascal Hilgendorf berichtet von den Schwierigkeiten, seinen Platz im Leben zu finden.

Eine Familie habe ich eigentlich nicht. Meine Mutter lebt in Augsburg, sie ist alkoholabhängig. Ich wuchs in München in diversen Jugendheimen, Jugendwohngemeinschaften und Obdachlosenunterkünften auf. Ich rutschte in die Alkohol- und Drogenszene hinein, bekam Anzeigen wegen Diebstahls und Körperverletzungen, saß deswegen auch vier Monate in München-Stadelheim.

In mir wuchs der Drang, mein Leben zu ändern. Aber wie sollte ich es alleine schaffen? Jemanden, der mir sagte, was richtig oder falsch ist, hatte ich nicht. Ich entschied mich, in einem anderen Bundesland einen Therapieplatz zu suchen. Bekam einen Platz zur Alkohol-Entwöhnung in der Friedrichsdorfer Salus-Klinik. Es waren die sieben besten Monate meines Lebens. Ich entdeckte in mir verborgene Eigenschaften. Ich verliebte mich und zahlte die restlichen Strafsachen aus München. Ich fand in Friedrichsdorf mit viel Glück eine Wohnung.

Alleine war es aber nicht einfach. Es fiel mir sehr schwer, die von der Klinik erlernte Tagesstruktur beizubehalten. Ich hatte regelmäßig Rückfälle, bald machte ich die Nacht zum Tag. Ich wusste, dass es für mich nicht gut war. Und es gelang mir auch nicht, eine Arbeit zu bekommen. Einen Schulabschluss habe ich nicht. Und die Ausbildung zum Beikoch habe ich abbrechen müssen. Dann wurde mir die Wohnung gekündigt. Mein Vermieter war pleitegegangen und musste das Haus verkaufen.

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