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Focuswoche der Nationalen Armutskonferenz 2010 PDF Print E-mail
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Berliner Erklärung der Nationalen Armutskonferenz

In Europa leben fast 84 Millionen Menschen in Armut. Das sind mehr, als Deutschland Einwohner hat. Das Jahr 2010 ist zum „Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ erklärt worden – und die Debatte um die Notlagen Griechenlands, Spaniens etc. sowie die Stabilität des Euro und die Sparmaßnahmen in Deutschland zeigt, wie dringlich auch das Thema Armut ist. Gerade in Zeiten der Krise muss europaweit, aber auch national, Armut verhindert und vermindert werden.

Gesamter Wortlaut

„Soziale Gerechtigkeit muss bei allen ankommen“

Pressemitteilung
Nationale Armutskonferenz verabschiedet Berliner Erklärung

Mit einer Berliner Erklärung hat die Nationale Armutskonferenz heute die Ergebnisse ihres zweitägigen Betroffenen-Treffens in Berlin vorgestellt und Halbzeit-Bilanz über das Europäische Jahr 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung gezogen. Der Sprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak), Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, sagte in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz: „Die Nationale Armutskonferenz fordert die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft auf, die Bekämpfung von Armut ernst zu nehmen. Gesetzliche Bestimmungen müssen daraufhin überprüft werden, inwieweit sie negative Auswirkungen auf Menschen mit geringem Einkommen haben und Armut verschärfen. Dabei müssen wir das Grundgesetz vor Augen haben: Denn unsere Verfassung steht dafür, dass in unserer Gesellschaft ein menschenwürdiges Existenzminimum möglich ist und gewährleistet wird.“
Gern, auch Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau, forderte für die nak „einen Runden Tisch mit Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft sowie mit Betroffenen, die selbst in Armut leben, um gemeinsam Strategien zur Bekämpfung und Überwindung von Armut zu erarbeiten. Soziale Gerechtigkeit muss bei allen ankommen und darf nicht nur Privilegierten vorbehalten sein.“
Die Berliner Erklärung ist von der Nationalen Armutskonferenz heute Nachmittag bei der Forumsveranstaltung „Gegen Armut und soziale Ausgrenzung – Akteure im Dialog“ verabschiedet worden. Knapp 200 Teilnehmer – unter ihnen Menschen, die selbst in Armut leben, aber auch Verantwortungsträger aus Politik und Gesellschaft – haben an der Forumsveranstaltung teilgenommen.
Die stellvertretende nak-Sprecherin Michaela Hofmann sagte: „Wer Hilfe braucht, muss mit Respekt und Würde behandelt werden. Jeder Menschen hat ein Recht, in Würde zu leben und an der Gesellschaft teilzuhaben.“ Sie setzte sich für ein engagiertes Sozialprogramm ein, das zur Teilhabe befähigt und das soziale und kulturelle Existenzminimum verlässlich sichert.

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