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Die Berber von Plinsau PDF Print E-mail
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Seit Mitte der 1980er Jahren dient eine kleine Grünfläche zwischen Neckar und der stark frequentierten B 10 als ein von der Stadt Esslingen geduldetes Wohnquartier für Berber. Der Zugang ist lediglich von der Vogelsangbrücke möglich. Zunächst wurde eine nur kleine Fläche westlich der Pliensaubrücke von einem Berber für ein Zelt genutzt. Zum besseren Schutz überspannte dieser sein Zelt im Winter mit Planen. Im folgenden Frühjahr errichtete er an gleicher Stelle ein größeres Zelt mit einer kleinen blumengeschmückten Veranda, die er wiederum mit mehreren Planen vor den Niederschlägen schützte.
In der Folgezeit konnten weitere Obdachlose die Fläche östlich der Pliensaubrücke erschließen. Die Stadt stellte den Berbern darauf in den Wintermonaten Bauwagen zur Verfügung. In den Sommermonaten wurden die Bauwagen von der Stadt abgebaut und die Berber mussten wieder ihre Zelte aufschlagen. Mit einem bundesweit einmaligen Projekt wurde der Versuch unternommen, auf die Wohnungsnot und Obdachlosigkeit aufmerksam zu machen: Die Berber zimmerten einen elf Meter langen und sechs Meter breiten Katamaran und platzierten auf diesem statt einer Kajüte einen 4,50 Meter hohen roten Rucksack. Dieser wurde auf der Flussseite gegenüber im Park der Villa Merkel als Mahnmal aufgestellt und eine Fahrt zur ehemaligen Bundeshauptstadt geplant. Die Fahrt über Neckar und Rhein nach Bonn konnte trotz Finanzierungsschwierigkeiten 1991 im Rahmen der Aktionskunst des Esslinger Vereins Kultur am Rande von den Berbern erfolgreich unternommen werden. Der Katamaran wurde danach eine Zeitlang unter der Pliensaubrücke geschützt aufgedockt, dann aber doch von den Odachlosen weiterverwertet, so dass zwischenzeitlich nur noch Wrackstücke übriggeblieben sind. Anstelle der ursprünglich mobilen Bauwägen und Zelte konnten die Berber ganzjährig nutzbare Baracken errichten.

 

(gefunden in der Wikipedia)

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