^ Back to Top

Informationen

Für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen

Meldungen

Gewalt in Berlins Wohnungslosen-Einrichtungen

Drohungen, Faustschläge, Messer: Die Gewalt in Wohnungslosen-Einrichtungen ist ein häufiges Problem. Obdachlose Osteuropäer verschärfen nun die Lage. Doch für Straßensozialarbeit sind die Gelder knapp. Als Ronny morgens in seinem Bett aufwacht und ein fremdes Knie spürt, das ihm in den Rücken drückt, tickt er aus. "Ich habe hinter mich gegriffen, den Typ mit der einen Faust festgehalten und mit der anderen immer wieder zugeschlagen. Mit voller Kraft", sagt er. Ronny springt von seinem Stuhl auf, demonstriert seine Schläge an einem imaginären Gegner. Seine Hand saust durch die Luft. Seine Stimme wird auch jetzt bedrohlich laut. "Bumbum! Immer wieder Bumbum! Und noch mal und noch mal." Erst als sein Gegner schwer blutet, so erzählt er es jedenfalls, lässt er von ihm ab, zerrt ihn an den Haaren von der Matratze und wirft ihn auf den Boden. "Der hatte genug!" Ronny ist 27 Jahre alt und seit mehreren Jahren obdachlos. Das Bett, in dem er am Morgen aufgewacht ist, steht unter einer Brücke im Hansaviertel direkt an der Spree. Ein Lager aus zwei Matratzen, Decken und mehreren Schlafsäcken. Jetzt am Nachmittag, einige Stunden nach dem unsanften Erwachen, sitzt er an einem Tisch in der Berliner Bahnhofsmission. Dieter Puhl, der Leiter der Einrichtung am Zoologischen Garten, will Ronnys Erzählung nicht so recht glauben. "So brutal bist du doch nicht drauf", sagt er zweifelnd. Ronny hatte heute schon ein paar Biere.

mehr lesen

Hartes Vorgehen gegen Obdachlose in Europa

Gesetz in Ungarn verpflichtet zu Sozialarbeit, Madrid straft Bettler und Straßenkünstler.

In vielen Ländern Europas steigt, verschärft durch die Wirtschaftskrise, die Zahl der Obdachlosen. Parallel beobachten europäische Sozialverbände mit Sorge, wie viele Städte den Wohnungslosen das Leben erschweren, in dem sie ihre Verordnungen verschärfen. Für Proteste und Entsetzen sorgt seit einigen Monaten besonders der Kurs, den die ungarische Regierung eingeschlagen hat. Ein Ende September verabschiedetes Gesetz erlaubt Gemeinden künftig die Schaffung "obdachlosenfreier Zonen" und verbannt Wohnungslose von touristischen Plätzen und Straßen. Obwohl das Verfassungsgericht bereits vor zwei Jahren erklärte, Obdachlosigkeit sei keine Straftat, drohen verpflichtende gemeinnützige Arbeit, Geldstrafen und letztlich sogar Gefängnis. Mit großer Mehrheit (240 zu 82) entscheiden die Abgeordneten auch, dass Obdachlose künftig keine Hütten mehr bauen dürfen, um etwa gegen die Kälte geschützt zu sein. Doch Ungarn hat derzeit nur 10.000 Plätze in Obdachlosenheimen - bei bis zu 35.000 Betroffenen, schätzt die Uno. Um das umstrittene Gesetz erst möglich zu machen, änderte die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán im Februar sogar die Verfassung. Ein Bündnis ungarischer Bürgerrechtsgruppen hat angekündigt, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen. Auch vonseiten des Europarats wurde Ungarns Obdachlosenpolitik kritisiert

mehr lesen

Hilfesystem betreut jährlich 1000 Duisburger Wohnungslose

Statt Notunterkünften gibt es in Duisburg dezentrale Bleiben – das ist sogar günstiger als die früheren Obdächer. Seit zehn Jahren gibt es für das System eine zentrale Anlaufstelle, die im Notfall die wichtigsten Fragen innerhalb eines Tages klärt.Mitte der 1990er Jahre lebten 2200 Menschen in Duisburg in Notunterkünften, hausten teilweise zu sechst, Süchtige und Pflegefälle Bett an Bett, in einem Zimmer. Heute gibt es noch vier Plätze für Notfälle. Obdachlose oder von Wohnungsverlust bedrohte Menschen werden ansonsten so betreut, dass sie so normal wie möglich leben und wohnen können. Am Montag feierten die beteiligten Institutionen das Zehnjährige des Hilfesystems für Wohnungslose.

mehr lesen

Hotelier scheitert mit Klage gegen Notschlafstelle

In der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs hat die Stadt eine Notschlafstelle für Obdachlose eingerichtet. Ein Hotelier hatte dagegen geklagt, da die Stelle sein Geschäft beeinträchtigen würde. Das Verwaltungsgericht hat die Klage nun abgewiesen. Ein Kölner Hotelier ist mit seinem Versuch gescheitert, eine Notschlafstelle für Obdachlose in seiner Nachbarschaft gerichtlich verbieten zu lassen. Das Verwaltungsgericht teilte am Mittwoch mit, dass der Eilantrag des Hoteliers abgelehnt wurde. Der Unternehmer hatte die von der Stadt eingerichtete Unterkunft in der Brandenburger Straße in der Nähe des Hauptbahnhofs verhindern wollen, weil sie sein Geschäft beeinträchtige.

mehr lesen